Transmediale 2015, HKW, 01.02.2015
Ein absoluter Hype von Politik und großen IT-Firmen sind Ansätze, die smart city der Zukunft zu schaffen. Forschungsprojekte gibt es weltweit. Erste Beispiele gibt es.
Man darf hoffen, dass der Hype nicht zu groß wird und möglichst wenig in Europa realisiert wird.
Die Grundidee stammt wie ueblich aus dem Militärischen. Seit dem Vietnamkrieg investiert das USA Militär massiv in IT, in Vernetzung un in big data. Sensoren sollen das Schlachtfeld erfassen und intelligente Algorithmen sollen die beste Strategie ableiten. Die Konzerne, die heute in smart cities Forschungsgelder investieren stammen aus dieser Welt und bringen ihre Ideen von dort mit.
Als Beispiele dienen immer wieder die Beispiele Maidan City, Abu Dhabi, Songdo und Eko Atlantic. Wenn man genauer hinschaut, dann sind diese Städte in totalitären oder halb-totalitaeren Staaten angesiedelt.
Es gibt auch ein typisch US-amerikanisches Beispiel aus Oakland (Domain Awareness Center). Schöne neue Welt des Totalitären.
Aber auch softere Ansätze werden propagiert. "Microsoft-Jane" erblickte längst das Licht der Welt. Jane wird vom smart home und der smart city gehegt und gepflegt. Wann muss sie ihre Pillen nehmen? Wann muss der Kuchen in den Ofen? Wann kommt der Mann nach Hause? Das Ideal der 1950er Jahre "Küche, Kirche, Kinder" lebt in scheinbar hipper Form wieder auf. Schräg.
Mit ein wenig Glück werden in Europa wenige Ansätze wirklich umgesetzt werden. Der Begriff ist zunächst einmal Marketing, um Forschungsgelder bei der Politik zu akquirieren. Seit 30 Jahren werden immer neue Begriffe erfunden, um a bisserl Geld ausgeben zu können.
Aber Big Data in Persona NSA ist schon Realität geworden. Und die so intensiv gehypten Beispiele weltweit, die gibt es nun einmal. Und sie erinnern in ihrer real existierenden Ausprägung an einen Terminus aus der Stadtentwicklung: gated communities!
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